Geschichte unserer Schule

Gehen Sie mit uns auf Entdeckungsreise in die Geschichte der Grundschule Miesbach ...

Das älteste erhaltene Schulhaus in Miesbach befindet sich in der Kirchgasse unterhalb der Stadtpfarrkirche, das wohl nach dem großen Stadtbrand von 1783 gebaut wurde.

Bis zur Einführung der staatlichen Schulpflicht im Kurfürstentum Bayern im Jahre 1771 versorgten die Pfarrschulen die Kinder. Die Lehrer waren zugleich Kantoren, Chorregenten und Procuratoren (= Bevollmächtigte in einem kirchlichen Prozess) an der Pfarrkirche. Daneben gab es in größeren Orten sogenannte „Winkelschulen“ von frei arbeitenden Lehrern („Paukern“), deren Lehrmethoden und –erfolge allerdings eher zweifelhaft waren, da sie keiner Aufsicht unterlagen. In Miesbach wurde erstmals 1633 ein Schulmeister erwähnt. Zunächst war in dem Haus nur ein Zimmer für den Schulbetrieb eingerichtet, erst 1817 kam ein zweites Zimmer hinzu und 1857 erfolgte der Anbau des rückwärtigen Trakts als Zeichensaal bzw. für zwei große Schulzimmer. Die räumliche Enge nahm trotzdem zu, was an einem enormen Bevölkerungsanstieg lag. Zusätzlich wuchs unter dem Eindruck der rigiden Moralvorstellungen der Zeit der Wunsch nach einer Trennung der Geschlechter im Unterricht.

Auf Betreiben von Bürgermeister Wallach konnte 1865 die Mädchenschule der Armen Schulschwestern eröffnet werden. Für die Schule und das Kloster erwarben die Armen Schulschwestern das sogenannte „Huberhaus“ neben der Portiunkulakirche, die fortan als Klosterkirche genutzt werden konnte. Das Anwesen war als Wohnhaus der Gerichtsdiener erbaut worden und wurde 1864/65 für die neue Verwendung umgebaut. 1877 wurde es durch den Kopfbau erweitert. Während des Nationalsozialismus schien das Ende der Miesbacher Niederlassung der Armen Schulschwestern gekommen. Die Bildung war einer der zentralen Bereiche der Indoktrination im Dritten Reich, weshalb gerade kirchliche Lehranstalten zu leiden hatten. 1937 wurde die Knabenschule mit der Mädchenschule vereinigt und bei dieser Gelegenheit die Schulschwestern ihrer Tätigkeit enthoben. Im Jahre 1941 fand auf dem Schulhof des Klosters eine der wenigen Demonstrationen gegen Maßnahmen des Dritten Reiches statt: Anlass war der Geheimerlass des Gauleiters Wagner, die Kreuze aus den Schulräumen entfernen zu lassen. Dagegen protestierten etwa 90 Mütter, die zuletzt sogar das Rathaus besetzten, um ihre Forderungen durchzusetzen. Eine Gedenktafel neben einem der Klosterkreuze in unserem Schulhaus erinnert daran.

Nach dem Untergang der Diktatur 1945 konnten die Armen Schulschwestern ihre Tätigkeiten wieder aufnehmen, das Kloster hatte jedoch in den Nachkriegsjahrzehnten zunehmend mit Nachwuchsproblemen zu kämpfen, bis es schließlich 2005 zur Auflösung der klösterlichen Niederlassung in Miesbach kam.Verblieb die Knabenschule nach der Errichtung der Mädchenschule 1865 zunächst in der Kirchgasse, wurde sie dann 1886 in das neu erbaute Rathaus verlegt. Hier wurden die räumlichen Probleme seit Beginn des 20. Jahrhunderts jedoch immer drängender, bis schließlich 1936/37 ein Neubau in der Münchner Straße errichtet wurde. Die Grundschulturnhalle stammt ebenfalls noch aus dieser Zeit. Nur wenige Jahre später, im Zweiten Weltkrieg war das Schulhaus von einem Sanitätszug belegt. Im Jahre 1960 wurde die Geschlechtertrennung aufgehoben, gleichzeitig aber die katholische Bekenntnisschule und die christliche Gemeinschaftsschule eingerichtet. 1966 entstand schließlich das heutige Schulsystem mit der Aufteilung in Grundschule und Hauptschule. Unter Bürgermeister Schuhbeck wurde bis 1973 an das alte Knabenschulhaus angebaut. Als in den 1990er Jahren die benachbarte Berufsschule neu erbaut wurde, hat man auch die Grund- und Hauptschule neu gestaltet. 1997-2000 entstanden eine neue Doppelturnhalle und ein Erweiterungsbau im östlichen Pausenhof. Ab 2011 wurde auf Initiative von Schulleitung und Elternbeirat das Pausengelände u. a. mit Pflanzenlabyrinth, Weiden-Tipi, Spielgeräten und Wasserlauf  kindgerecht neu gestaltet.

 

(Quelle der Informationen bis 2006: Alexander Langheiter: Miesbach – Ein Kulturführer. Maurus-Verlag, 2006.)